Babyzeit, Stoffwindeln

#mitstoffwindelnwickeln – Was für Windeln gibt es?

Heute möchte ich mit einer Blogpost-Reihe über Stoffwindeln starten. Wenn man anfängt sich mit dem Thema zu beschäftigen, wird man von den vielen Informationen erst einmal erschlagen. Ich persönlich fand es zu Beginn ziemlich schwierig für mich die richtigen Infos herauszufiltern und überhaupt Internetseiten oder Blogs zu finden, die sich damit beschäftigen.

Im ersten Windelpost möchte ich verschiedene Windel-Systeme vorstellen. Es gibt abgesehen von denen, die ich erwähne, noch andere. Ich möchte aber nur über die Windeln schreiben, die ich selbst auch ausprobiert habe und immer noch benutze.

Höschenwindel mit Überhose (Höwi mit ÜH)

Dieses System funktioniert ähnlich wie Einwegwindeln, besteht jedoch aus zwei Teilen (=zwei Windeln). Die Höwi stellt das Saugmaterial dar, wie eine ganz gewöhnliche Windel. Da sie komplett aus Stoff besteht (Baumwolle, Bambusviskose oder Hanf), würde die Kleidung natürlich auch nass werden, wenn die Windel mal so richtig voll ist. Deshalb kommt über die Höschenwindel noch eine Überhose. Diese bestehen oft aus PUL (Polyurethanlaminat) und behalten die Nässe drinnen. PUL wird nachgesagt, dass es atmungsaktiver als eine Wegwerfwindel ist und sich somit weniger Wärme in der Windel staut. Sowohl die Höwis als auch die Überhosen gibt es in zwei Verschluss-Varianten: Klett oder Druckknöpfe.

Dieses System eignet sich besonders gut für die Nacht. Es macht meist einen dicken Po (daran gewöhnt man sich), hält aber viel aus.

Prefolds mit Überhose

Überhosen können mit so ziemlich allen Arten von Stoff gefüllt werden. Prefolds sind nur eine Art von verschiedenen Einlagen. Einlagen können gerade geschnitten oder anatomisch geformt sein und aus den verschiedensten Materialen bestehen: Baumwolle, Viskose, Hanf, Mikrofaser. Jedes Material hat andere Eigenschaften, manche saugen besonders schnell, andere besonders viel. So kann man verschiedene Einlagen kombinieren und sich die perfekte Windel selbst zusammenbasteln. Mullwindeln und Moltontücher können ebenfalls in die ÜH gefaltet werden!

Der Vorteil: Wenn nur die Einlage schmutzig geworden ist, kann man die Überhose nach kurzem Trocknenlassen an der Luft noch mal verwenden. erst wenn die Windel stinkt oder schmutzig ist, muss sie in die Waschmaschine. so spart man Wäsche und braucht weniger Windeln.

Bindewindeln mit Schlupfüberhose

Bindewindeln sind klassisch und günstig. Sie sind aus Baumwolle und machen viel mit, denn man kann sie bedenkenlos bei 95° waschen und in den Trockner werfen. 60° reichen aber auch

Bindewindeln können mit zusätzlichen Einlagen versehen werden und machen somit eher ein dickes Paket. Nach meiner Erfahrung bekommt man hier schwer eine Überhose drüber, dafür gibt es dann Schlupfhosen. Schlupfhosen werden im Grunde wie ein Schlüpfer angezogen und haben meistens Bündchen aus Fleece, sind also besonders weich an der Haut und hinterlassen keine Abdrücke.

All-in-one (AIO)

Diese Windeln sind am ehesten wie Einwegwindeln. Es gibt sie mit Druckknöpfen oder Klettverschluss und die Einlagen, also das Saugmaterial, sind bereits angenäht. So besteht die Windel aus der äußeren Schicht, die die Kleidung trocken hält, und einer inneren dicken Stoffschicht. Die Einlage ist meistens entweder vorne und/oder hinten angenäht. Je nachdem aus wie vielen Stoffschichten die Windel besteht, braucht eine All-in-one länger zum Trocknen. Insgesamt machen AIOs wenig Arbeit, viel Wäsche und man braucht eine ganze Menge Windeln.

Besonders für die ersten Wochen fand ich AIOs super (in newborn-Größe), inzwischen nutze ich sie aber nicht mehr.

Snap-in-one (SIO)

Ich sag’s gleich: SIOs sind meine Lieblingswindeln! Es gibt sie in unterschiedlichen Varianten von verschiedenen Herstellern. Wir haben mehrere hier und ich finde sie alle gut. Die meisten gibt es sowohl mit Klettverschluss als auch mit Druckknöpfen. Ich persönlich bevorzuge Klettverschluss, weil sich die Windel so einfacher an den Körper anpassen lässt. Wenn das Kind größer ist, können Druckknöpfe aber von Vorteil sein!

Bei diesen Windeln hat man eine Überhose, in die die Einlagen mit Druckknöpfen eingeknöpft werden. Meistens gibt es zu den Windeln unterschiedliche Einlagen zu kaufen, sodass man die Windel an den Bedarf anpassen kann. So gibt es z. B. normale Einlagen und extra Booster. Booster saugen noch etwas mehr und eignen sich daher gut für die Nacht (wenn die Windel etwas länger aushalten muss). Im Grunde kann man die Windeln auch noch mit allen anderen Einlagen, die man hat, bestücken. Der Vorteil dieser Windeln liegt für mich jedoch an den einknöpfbaren Einlagen. Sie passen immer perfekt und verrutschen nicht.

Auch hier kann man die Überhose mehrfach verwenden, wenn nur die Einlage schmutzig geworden ist. Man spart Wäsche und braucht nicht ganz so viele Windeln. Ich nutze meine SIO-Überhosen nachts auch über den Höwis!

Pockets

Pockets funktionieren ähnlich wie AIOs. Die Einlagen sind jedoch nicht angenäht. Die Windel hat eine Außenseite (aus PUL), die die Feuchtigkeit abhält und eine Innenseite, die meistens besonders weich ist. Zwischen den zwei Schichten befindet sich ein Schlitz, in den man die Einlagen hineinschiebt. So kann man beliebig viele Einlagen nutzen,  ohne dass diese verrutschen. Zum Waschen sollte man die Einlagen herausziehen. Da die Innenseite direkt an der Haut liegt, muss die Windel nach jeder Benutzung gewaschen werden.

Es gibt übrigens auch AIOs mit Pocketfunktion!

Andere

Abgesehen von den oben erläuterten Systemen gibt es zum Beispiel auch noch all-in-3 Windeln. Dabei hat man eine Überhose, in die man eine Innenwindel knöpft und in diese wiederum die Einlagen legt. Außerdem gibt es statt der Polyester-Überhosen auch Wollüberhosen. Diese müssen seltener gewaschen, aber gefettet werden, damit sie dicht sind. Beide Systeme habe ich nicht ausprobiert.

Wickelt ihr schon mit den Stoffwindeln und wenn ja, welches ist euer Lieblingssystem? Und wenn ihr noch nicht mit Stoffwindeln wickelt, wieso nicht? Hat euch mein Beitrag geholfen?

2 Comments

  • Reply Anonymous 21. Mai 2016 at 10:17

    Wir haben es versucht mit den Stoffwindeln, aber meine Tochter kam nicht damit klar! Sie wurde wund und es eiterte an einigen Stellen ! Kam auch bei günstigen Einwegwideln vor! Der Kinderarzt riet uns dann zu den Pampers Premium Protection nochmals zu testen (wurden auch im Krankenhaus verwendet , sie war nicht wund) seitdem klappt es! Meine Tochter hat ne Milcheiweißunverträglichkeit und dadurch reagiert als auf Kontakt mit Milchbestandteilen sehr heftig und laut Kinderarzt, seien die oben genannten Einwegwindeln die, die am besten einschließen ! Genutzt hatten wir beim system Littele Bloom ! Finde es schade dass es bei uns nicht geklappt hat! Mochte die eigentlich sehr gern!

    • Reply Mona 22. Mai 2016 at 21:56

      Hi, das ist echt schade. Klingt für mich so, als wenn sie auf die Feuchtigkeit am Po reagiert hat. Daran muss sich die Haut auch bei einer Umstellung von Einwegwindeln auf Stoffwindeln manchmal erst einstellen/gewöhnen. da gibt es aber Abhilfe, z. B. Fleece-Einlagen. Sie leiten die Feuchtigkeit vom Körper schneller weg. Grundsätzlich ist die Feuchtigkeit am Po aber nichts schlimmes.

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